Flugpreise müssen alle Gebühren enthalten

Reiserecht

Ryanair hatte die Flugpreise bei der Onlinebuchung ohne die Bearbeitungsgebühr von 5 Euro für die Bezahlung des Tickets angegeben. Kostenfrei waren lediglich Zahlungen mit einer in Deutschland nahezu unbekannten Prepaidkarte. Von der Extra-Gebühr erfuhren Kunden erst im dritten Buchungsschritt. Die Richter schlossen sich der Auffassung des klagenden vzbv an, dass die Gebühr für die meisten Kunden unvermeidlich und deshalb in den Endpreis einzurechnen ist:

"Bei den in Rede stehenden 5,-- €, die die Beklagte als "Bearbeitungsgebühr" tituliert, handelt es sich um ein Entgelt, das unvermeidbar und zum Zeitpunkt der Veröffentlichung vorhersehbar ist und demzufolge im auszuweisenden Endpreis eingeschlossen werden muss, was hier aber nicht geschehen ist. Kosten für den Verwaltungsaufwand bei Ryanair im Zusammenhang mit der Flugbuchung fallen nicht fakultativ, sondern zwangsläufig an. Es handelt sich nicht um Kosten, deren Entstehung im freien Ermessen des Kunden steht, das heisst deren Entstehen in jedem Einzelfall von der Wahl des Kunden abhängig ist. Die Buchungskosten werden nicht deshalb vermeidbar, weil Ryanair diese unter bestimmten Bedingungen ausnahmsweise nicht berechnet."

Ryanair wurde dazu verurteilt, auch die Bearbeitungsgebühr für die Ticketzahlung in den Flugpreis einzurechnen.

KG, 09.12.2011 - Az: 5 U 147/10

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