Reisemangel - was tun?

Reiserecht

Wenn ein Reisemangel auftritt, muss der Reisende, bevor er sonstige Ansprüche, z.B. Minderung des Reisepreises geltend machen kann, vom Reiseveranstalter Abhilfe, also Beseitigung des Mangels verlangen (§651c BGB). Der Veranstalter ist verpflichtet, das Abhilfeverlangen entgegen zu nehmen, dafür geeignete Ansprechpartner zur Verfügung zu stellen und diese dem Reisenden rechtzeitig vor Reisebeginn mitzuteilen (§§ 6, 8 BGB-InfoV).

Ansprechpartner sind: die örtliche Reiseleitung, die Zentrale des Veranstalters oder eine sonstige vom Veranstalter benannte Kontaktstelle. Ist keine dieser Stellen so rechtzeitig erreichbar, dass der Mangel behoben werden kann, kann Abhilfe auch vom jeweiligen Leistungsträger und dessen Repräsentanten verlangt werden, z. B: während eines Busausflugs ohne spezielle Reiseleitung vom Busfahrer.

Eine bestimmte Form für das Abhilfeverlangen - etwa Schriftform - schreibt das Gesetz nicht vor. Sie kann auch vom Veranstalter nicht verlangt werden. Dennoch wird empfohlen, Abhilfeverlangen schriftlich, zumindest aber unter Zeugen zu stellen, weil der Reisende dafür, dass er Abhilfe verlangt hat, beweispflichtig ist.

Der Reisende muss dem Veranstalter für die Beseitigung des Mangels keine Frist setzen. Es ist aber zweckmäßig, dies zu tun, weil davon das Recht des Reisenden abhängt, nach ergebnislosem Fristablauf den Mangel selbst zu beseitigen bzw. beseitigen zu lassen oder den Reisevertrag zu kündigen. Die dem Veranstalter gesetzte Frist muss angemessen sein, das heißt, sie muss ihm die realistische Möglichkeit zur Abhilfe geben. Wie lang die Frist sein muss, richtet sich deshalb nach dem Einzelfall.

Ansprüche gegen den Reiseveranstalter wegen Reisemängeln muss der Reisende innerhalb von zwei Jahren (bis 01.07.2018: eines Monats) nach dem Ende der Reise geltend machen (§ 651g Abs. 1 BGB).

Achtung Neuregelung ab dem 01.08.2018

Der Reisende kann Ansprüche wegen Reisemängeln jetzt innerhalb von zwei Jahren geltend machen. Es genügt, wenn der Urlauber die Mängel gegenüber dem Reisevermittler anzeigt. Sie muss nicht mehr gegenüber dem Reiseveranstalter oder einer von ihm benannten Stelle erfolgen.

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Karl Heinz Stegmüller, Heideck

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