[AnwaltOnline - Reiserecht Dezember 2002]

Reiserecht

[AnwaltOnline - Reiserecht Dezember 2002]

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* AnwaltOnline - Reiserecht                  Dezember 2002 *
* von https://www.AnwaltOnline.org                          *
* ISSN: 1511-8975                                          *
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In dieser Ausgabe:

*1* Interessante Urteile & Neues

*2* Das Thema des Monats

*3* Mehr von AnwaltOnline

*4* Kontakt / Abonnieren / Kündigen / Adressänderung

*5* Disclaimer

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*1* Interessante Urteile & Neues

>> Wasserbälle am Pool

 Urlauber müssen im Urlaub damit rechnen, daß sie versehent-
lich von einem Ball getroffen werden, mit dem im Wasser
eines Swimmingpools gespielt wird, wenn sie sich am Pool
aufhalten. Sollte der Urlauber tatsächlich getroffen werden,
so besteht kein Anspruch auf Schmerzensgeld oder auf eine
Reisepreisminderung aufgrund entgagener Urlaubsfreude.
Im vorliegenden Fall hatten Animateure eines Reisveran-
stalters jeden Tag Wasserballspiele organisiert. Hierbei
wurde an einem Nachmittag eine am Pool liegende Frau so
von einem Ball getroffen, daß sie von Ihrer Liege stürzte
und das Bewusstsein verlor. Später wurde eine Gehirner-
schütterung festgestellt. Die Frau erhob mit Ihrem Ehemann
Klage gegen den Reiseveranstalter.

Laut Gerichtsbeschluß fällt der Unfall jedoch unter das all-
gemeine Lebensrisiko. Wasserballspielen war ebenso wie das
Sonnenbaden eine bestimmungsgemäße Poolnutzung. Mit einem
etwaiger Treffer einer unbeteiligten Person muß somit ge-
rechnet werden. Ob eventuell ein zu schwerer Ball verwendet
wurde, sei vom Reiseveranstalter im Rahmen der Verkehrs-
sicherungspflicht nicht überprüfbar gewesen.

Bad Homburg - AZ: 2 C 769/02

>> Was ist ein "geräumiges Zimmer"?

 Wird im Katalog ein Zimmer als "geräumiges Familienzimmer
für drei bis vier Personen" beschrieben, so kann das Zimmer
nicht nur 16 qm aufweisen.
Die Klägering hatte aufgrund der zu geringen Größe des
Zimmers Schadenersatz verlangt. Nach der Gaststättenver-
ordnung muß ein Doppelzimmer mindestens 12 qm groß sein.
Somit sind 16 qm für ein Familienzimmer nicht ausreichend.
Es kann zudem nicht von einem geräumigen Zimmer ausgegangen
werden. Das Zimmer sei somit ein Reisemangel.

LG Frankfurt - AZ: 2/24 S297/01

>> Schadensersatzrecht - Motorschlitten auf Skipiste

 Das Befahren einer für den allgemeinen Skibetrieb frei ge-
gebenen Piste mit einem Motorschlitten schafft eine
atypische Gefahr, für die Vorkehrungen zur Sicherheit der
Skifahrer zu ergreifen sind.

OLG München, Urt. V. 24.04.2002 - 7 U 4714/01
Quelle: NJW RR 2002, 1542

>> Ist auf die Wassertiefe des Pools hinzuweisen?

 Hat ein Urlauber sich bei einem Sprung in den Pool ver-
letzt, weil er die Wassertiefe falsch eingeschätzt hat, so
lassen sich hieraus keine Ansprüche herleiten, auch wenn der
Reiseveranstalter nicht auf die Wassertiefe des Pools hin-
gewiesen hat. Bei der Verwendung von Sport- und Freizeit-
einrichtungen ist mit einem gewissen Risiko zu rechnen.
Zudem kann eine mangelnde Wassertiefe an der betreffenden
Stelle nicht als Reisemangel gelten.

AG Bad Homburg - AZ: C 714/02 (9)

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>> Austausch von einzelnen Landgängen - Schadensersatz?
>> Arbeitsaufnahme im Sinne der Reiserücktrittskostenver-
   sicherung

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Weitere Urteile

>> Länderbericht in Kooperation mit travel24.com

 Portos Wiedergeburt - Kapitale der Kultur

"Kulturhauptstadt Europas 2001" - wenn das keine Ehre ist.
Verständlich, dass sich Porto ins Zeug gelegt hat, um Ent-
sprechendes zu bieten. Das Ergebnis ist eine charmant-un-
perfekte Mischung aus gestern und heute.

Neuer Glanz und neuer Stolz
Natürlich können Sie Porto auf die übliche Weise erkunden.
Den prächtigen Arabischen Saal in der Börse bestaunen. Die
Azulejos im Bahnhof São Bento besichtigen. Sich in Vila Nova
de Gaia ein paar Gläschen Portwein genehmigen. Dabei werden
Sie sicherlich auch eine ganze Menge von Portugals zweit-
größter Stadt sehen. Aber vielleicht werden Sie nicht so
furchtbar viel von ihr erleben. Wieso also nicht einfach
einmal drauflosstromern? Durch ganz normale Straßen - dort,
wo das Herz dieser Stadt schlägt, und wo sich in den ver-
gangenen Jahren so unglaublich viel verändert hat. Wer vor
zehn oder fünfzehn Jahren schon einmal in der Mündungsstadt
des Rio Douro war, erinnert sich vielleicht: an ein Altstadt-
gebiet namens Ribeira, dessen weiter hinten gelegene Häuser-
zeilen in sich zusammensanken, während die vorderen Fassaden
in den Fluss zu kippen drohten. An bröselnde Bauwerke über-
all. Und an ziemlich viel Armut.

Und heute? Die Stadt ist aus ihrer Lethargie erwacht und hat
an vielen Ecken zu neuem Glanz und neuem Stolz gefunden. Aus
den einstürzenden Altbauten wurde ein grundlegend saniertes,
junges, quicklebendiges Viertel. Und trotzdem sind die
früheren Bewohner noch, besser gesagt, wieder da. Die
städtischen Sanierer achteten streng darauf, dass die
Ribeira nicht zum Tummelplatz für Spekulanten wurde. In der
Ribeira zu wohnen, das heißt heute, in einem Weltkulturerbe
zu leben. Denn die UNESCO hat die südliche Altstadt von
Porto, vom Douro bis hinauf ans untere Ende der Praça da
Liberdade, unter ihren Schutz gestellt. Ein steiler Auf-
stieg - wie der von Phönix aus der Asche.

(C) 2002 travel24.com

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*2* Das Thema des Monats

>> Hinweise für Skireisen

Schneemangel am Urlaubsort berechtigt nicht zur Reisepreis-
minderung oder Kündigung des Reisevertrags, da hier kein
Reisemangel oder sonstiger Umstand vorliegt, der dem
Reiseveranstalter zuzurechnen wäre.
Anders kann es aber dann sein, wenn der Reiseveranstalter
Schneesicherheit zugesichert hat, z. B. durch entsprechende
Prospektangaben ("Skilauf während des ganzen Jahres mög-
lich").
Wird die Reise mit Skikurs angeboten, hat der Urlauber
einen Anspruch auf einen ausgebildeten Skilehrer, beim
Gruppenskikurs auf Einhaltung der üblichen Gruppengrößen.
Ein Verstoß dagegen stellt einen Reisemangel dar und
berechtigt zur Minderung des Reisepreises.
Bei Eintritt einer Katastrophe, etwa durch Lawinenabgang
oder Straßensperrungen bei Lawinengefahr können sowohl der
Reisende als auch der Veranstalter den Reisevertrag wegen
höherer Gewalt kündigen. Kann der Veranstalter die vertrag-
lich geschuldeten Leistungen bis zur Kündigung nur teil-
weise erbringen, weil z. B. Lifte nicht laufen oder die
Versorgung des Hotels mit Nahrungsmitteln oder Energie
erschwert ist, liegt ein zur Reisepreisminderung be-
rechtigender Reisemangel vor. Mehrkosten für die Rück-
führung des Reisenden nach der Kündigung müssen er und
der Veranstalter je zur Hälfte tragen; sonstige Mehrkosten
trägt der Reisende allein (§ 651j BGB). Schadensersatzan-
sprüche, z. B. wegen nutzlos vertaner Urlaubszeit hat der
Urlauber nicht, weil der Veranstalter eine Katastrophe und
ihre Folgen nicht verschuldet hat (§ 651f BGB).
Normales Skifahren gilt arbeitsrechtlich nicht als
besonders gefährliche Sportart, so dass nach einem Skiun-
fall für die Krankheitszeit Lohnfortzahlung durch den
Arbeitgeber nach den allgemeinen Bestimmungen gewährt wird.
Auch gesetzliche und private Krankenversicherungen leisten.
Kommt ein Skiurlauber etwa wegen Straßensperrungen ver-
spätet zurück, verliert er für die Zeit der Verspätung
seinen Lohnanspruch. Ein arbeitsvertragswidriges Verhalten,
das den Arbeitgeber zur Abmahnung oder gar zur Kündigung
berechtigen würde, liegt aber in der Regel mangels Ver-
schulden des Arbeitnehmers nicht vor. Der Arbeitgeber darf
die Verspätungszeit auch nicht eigenmächtig vom ver-
bleibenden Jahresurlaub des Arbeitnehmers abziehen.

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>> Randalierer im Flieger

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*3* Neues bei AnwaltOnline

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Die Beantwortung war prima wenn ich nicht soweit Entfernt wohne, würde ich die ganze Erbangelegenheit Ihr Übertragen. Schade

Peter Engel, Heubach

danke ich muss nun auf den abgeschlossenen Mietvertrag abwarten wie der abgefasst ist

Rolf Schwegler, Hilzingen