[AnwaltOnline - Reiserecht April 2002]

Reiserecht

[AnwaltOnline - Reiserecht April 2002]

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* AnwaltOnline - Reiserecht                     April 2002 *
* von https://www.AnwaltOnline.org                          *
* ISSN: 1511-8975                                          *
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In dieser Ausgabe:

*1* Interessante Urteile & Neues

*2* Das Thema des Monats

*3* Mehr von AnwaltOnline

*4* Kontakt / Abonnieren / Kündigen / Adressänderung

*5* Disclaimer

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*1* Interessante Urteile & Neues

>> Strandlage - auch bei 300 m Distanz?

 Bei einer Entfernung von 300 Metern zwischen Hotel und
Strand kann nicht mehr von "Strandlage" gesprochen werden.
Der Gast hat gegebenenfalls ein Recht auf Umzug.

Dies entscheid das Amtsgericht Bad Homburg in einem Fall, in
dem ein Kuba-Urlauber eine sogenannte "Fortuna-Reise" mit
Hotel in Strandlage gebucht hatte. Bei Zuweisung des Hotels
stellte sich heraus, daß dieses 300m vom Strand entfernt lag
und daß zudem auf dem Weg zum Wasser mindestens eine Straße
überquert werden mußte.

Nach Ansicht des Gerichts konnte man vor diesem Hintergrund
nicht mehr von einer "Strandlage" sprechen. Demzufolge hätte
dem klagenden Reisenden und seiner Begleitung ein Recht zum
Umzug in eine anderes Hotel ohne Aufpreis zugestanden.

AG Bad Homburg, Az.: 2 C 1902/01-15

>> Reisegepäckversicherung

 Eine Reisegepäckversicherung schützt vor möglichem Verlust
oder Beschädigung des Reisegepäcks. Aber Vorsicht! Die Ver-
sicherung muss nicht leisten, wenn der Schaden darauf zu-
rückzuführen ist, dass der Versicherungsnehmer allzu sorglos
(grob fahrlässig) mit seinem Gepäck umgegangen ist oder sich
nach dem Schadensfall nicht genügend um Aufklärung bemüht
hat. Hierzu einige von den Gerichten in jüngerer Zeit er-
gangene Entscheidungen:

1. Verlust einer Digitalkamera auf einem Langstreckenflug

 Ein Flugreisender hat eine wertvolle Digitalkamera nicht
sicher verwahrt, wenn er diese während eines Nachtfluges von
Japan nach Deutschland in einem Rucksack in die über seinem
Sitz befindliche Box für Handgepäck gelegt hatte, er während
des Fluges bemerkt hat, daß verschiedene Fluggäste die
Gepäckbox öffneten, und er bei der Landung bemerkt hat, daß
die Schnappschnalle an seinem Rucksack geöffnet war, er aber
erst zu Hause festgestellt hat, daß seine Kamera fehlte.
Wenn der Reisende schon die Digitalkamera in einem Rucksack
in die Gepäckbox legte statt zB zu seinen Füßen unter dem
vor ihm befindlichen Sitz, so daß während des Nachtfluges
weder Blick- noch Körperkontakt zu dem Wertgegenstand be-
stand, hätte er jedenfalls unmittelbar nach der Landung
prüfen müssen, ob die Kamera noch vorhanden war. Die Nicht-
überprüfung des Rucksacks auf das Vorhandensein der Kamera
ist als sorgloses, unbekümmertes oder leichtfertiges Ver-
halten anzusehen, so daß der Reisegepäckversicherer von der
Leistung frei ist.

AG Köln, Urteil v.16. Mai 2001,- 19 C 578/00
Quelle: RRa 2001, 229-230 (red. Leitsatz und Gründe)

2. Unbedingt erforderlich: Diebstahlsanzeige und Stehl-
   gutliste

 a. Erstattet der Versicherungsnehmer im Falle eines Dieb-
stahls nicht unverzüglich eine Anzeige unter Einreichung
einer Stehlgutliste bei der zuständigen Polizeibehörde, so
ist der Versicherer gemäß AVBR 1980/1992 § 10 Nr. 3, 4
i.V.m. VVG § 6 von der Leistungspflicht frei.

 b. Der Versicherungsnehmer handelt zumindest grob fahr-
lässig, wenn er diese Anzeigepflicht verletzt und dem Ver-
sicherer keine entsprechende polizeiliche Bescheinigung vor-
legt.

 c. Den Entschuldigungsnachweis hat der Versicherungsnehmer
zu führen. An diesen sind strenge Anforderungen zu stellen.

LG München I, Urteil v. 13. September 2000 - 24 O 5655/00
Quelle: ZfSch 2001, 24-25 (red. Leitsatz und Gründe)

3. Diebstahl eines Notebook aus Zugabteil

 a. Ein Notebook ist ein Wertgegenstand iSd AVBR 1992 § 2
Nr 2

 b. Der Reisegepäckversicherer ist im Falle eines Diebstahls
des Notebooks auf einer Zugfahrt leistungsfrei, wenn der
Versicherungsnehmer das Notebook während eines Toiletten-
gangs unbeaufsichtigt im Zugabteil belassen hat. Dann näm-
lich hat der Versicherungsnehmer den Wertgegenstand nicht in
persönlichem Gewahrsam sicher mitgeführt.

LG Saarbrücken, Urteil v. 23. Dezember 1999 - 3 AS 83/99
Quelle: VersR 2000, 1235 (red. Leitsatz und Gründe)

4. Keine Verspätung bei Strafanzeige und Stehlgutliste!

 Der Versicherungsnehmer verletzt grob fahrlässig seine Ob-
liegenheit zur unverzüglichen Erstattung einer Strafanzeige
unter Vorlage einer Stehlgutliste, wenn er den behaupteten
Diebstahl seines Reisegepäcks erst nach zwei Tagen bei der
für seinen Wohnort zuständigen Polizeidienststelle anzeigt
und die Stehlgutliste erst ca einen Monat später beibringt.
Die verspätete Anzeige und die verspätete Abgabe der Stehl-
gutliste sind generell geeignet, die Interessen des Reise-
gepäckversicherers ernsthaft zu gefährden.

OLG Köln, Urteil v. 4. Mai 1999 -  9 U 178/98
Quelle: ZfSch 2000, 161-162 (red. Leitsatz und Gründe)

Weitere Urteile

>> Länderbericht in Kooperation mit travel24.com

 Indien - Rajasthan

  Eine Reise von Delhi durch Rajasthan nach Agra ist ein
Angriff auf alle Sinne - ein Report über das widersprüch-
lichste Land der Welt.

 Die Zeitreise beginnt: Tropische Gärten, imposante Re-
gierungspaläste, luxuriöse Hotels und prächtige Boulevards
in New Delhi kontrastieren mit den verwinkelten Gassen und
den bunten Bazars im alten Teil der Stadt. Unfassbar groß
ist der Unterschied zwischen neuem und altem Indien: Die
Fahrt vom Regierungsviertel nach Old Delhi, zur Jama
Masjid, der Großen Moschee, und dem Roten Fort, der ehe-
maligen Residenz der Mogul-Kaiser, wirkt wie ein Trip in die
Vergangenheit - ein Eindruck, der sich beinahe in ganz
Indien wiederholt.
 
(C) 2002 travel24.com

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*2* Das Thema des Monats

 >> Auf Versicherungsschutz beim Skifahren achten

Sind Skifahrer nicht versichert, können Unfälle teuer
werden, und zwar für Unfallverursacher wie Verletzten
gleichermaßen.

Der Verursacher ohne Haftpflichtversicherung haftet für
alle beim Verletzten eintretenden Schäden, u.U. - bei
schweren Verletzungen - ein Leben lang. So sind die Hei-
lungskosten, Kosten des Verdienstausfalles etc. zu er-
setzen.

Der Verletzte, dessen Krankenversicherungsschutz sich nicht
auf Unfälle im Urlaubsland erstreckt, muß - wenn nicht der
Schädiger oder dessen Versicherung zahlt - für die Hei-
lungskosten  und eventuelle Kosten des Heimtransportes
selbst aufkommen.

Es empfiehlt sich daher dringend der Abschluß entsprech-
ender Versicherungen bzw. die Nachfrage bei der eigenen
Versicherung, ob die beschriebenen Risiken abgedeckt sind.

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 >> Neue "Pickerl" in Österreich

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*3* Neues bei AnwaltOnline

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