Kassel: Streitberger weist Zahlenangaben der FDP zurück

Mietrecht

Kassel (psk). Jeder sachlichen Grundlage entbehrten die vom FDP-Kreisvorsitzenden Oberbrunner verbreiteten Zahlenangaben zum Leerstand öffentlich geförderter Wohnungen, erklärte jetzt Stadtbaurat Bernd Streitberger im städtischen Pressedienst. Streitberger wies darauf hin, dass die Stadt Kassel selbst keine einzige Mietwohnung in ihrem Eigentum habe. Sämtliche öffentlich geförderten Wohnungen gehörten Wohnungsgesellschaften oder Privateigentümern. Nach Angaben des städtischen Wohnungsamtes, dem leerstehende Sozialwohnungen zu melden sind, bestehen bei allen Wohnungsgesellschaften und Einzelvermietern zur Zeit zwar Leerstände, die sich im Bereich der preis- und belegungsgebundenen Wohnungen (sogenannte "Sozialwohnungen") auf weniger als 400 Wohneinheiten belaufen.

Etwa die Hälfte dieser Wohnungen steht nach Feststellung des Wohnungsamtes deshalb leer, weil sie noch mit Ofenheizungen ausgestattet sind oder beispielsweise an stark belasteten Hauptverkehrsstraßen liegen. Als leerstehend werden Wohnungen betrachtet, wenn sie drei Monate oder länger nicht vermietet sind. Hierzu zählen nicht strukturell leerstehende Wohnungen, die aufgrund von Mieterwechseln oder wegen bevorstehender Modernisierungen gewollt leerstehen.

Die Absichten der Wohnungsgesellschaften, die Modernisierungen intensiv fortzusetzen und das Wohnumfeld der öffentlich geförderten Wohnungen qualitativ aufzuwerten, werden vom Stadtbaurat ausdrücklich begrüßt. Es bestehe noch immer eine stetige Nachfrage nach öffentlich geförderten Wohnungen, da im Jahr 2000 an rund 4.000 Familien Wohnberechtigungsscheine vom Wohnungsamt ausgestellt worden seien. Auch dem Instrument der sogenannten "Mieterprivatisierung" steht Streitberger aufgeschlossen gegenüber, wenn bestimmte Kriterien beachtet würden. Im gewissen Umfang habe es diese bereits in der Vergangenheit gegeben und auch zukünftig werde es sicher verstärkt zu Wohnungsverkäufen an die Mieter kommen.

Zur Behebung von Wohnungsleerständen wies Streitberger auf einen Service des Wohnungsamtes (Telefon 05 61 - 7 87-60 43) auch für private Vermieter hin: freie Wohnungen, auch wenn es sich nicht um sogenannte Sozialwohnungen handelt, können dem Wohnungsamt gemeldet werden. Dieses hängt kostenfrei Exposés aus und gibt Angaben über freie Wohnungen gerne an Wohnungsinteressenten weiter.

Quelle: Pressemitteilung documenta Stadt Kassel

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