Unterhaltsbedarf

Familienrecht

Gem. § 1610 Abs. 2 BGB umfasst der Unterhaltsbedarf eines Kindes " die Kosten einer angemessenen Vorbildung zu einem Beruf ". Dabei liegt die Betonung auf dem Wort " einem ". Grundsätzlich wird eine Berufsausbildung geschuldet, die der Begabung und den Fähigkeiten, dem Leistungswillen und den beachtenswerten Neigungen des Kindes am ehesten entspricht und sich in den Grenzen der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Eltern hält. Ein Kind, dem die Eltern eine Berufsausbildung finanziert haben, kann also im allgemeinen nicht verlangen, dass auch Unterhalt für eine Zweitausbildung bezahlt wird.

Das Kind ist nämlich nach Abschluss der Erstausbildung nicht mehr unterhaltsbedürftig und kann, wenn es die Ausbildung zu einem weiteren Beruf anstrebt, auf das eigene Einkommen verwiesen werden. Dies gilt auch dann, wenn die Bildungsreserven des Kindes durch die erste Ausbildung nicht ausgeschöpft sind. Ebenso ist es, wenn in dem erlernten Beruf angemessene Verdienstmöglichkeiten fehlen. Eine Unterhaltspflicht für ein Studium besteht nur, wenn damit im Sinne einer angemessener Vorbildung zum Beruf ein berufsqualifizierender Abschluss erreicht werden kann (OLG Karlsruhe, FamRZ 2001, 851).

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