Die verspätete Arbeitsunfähigkeitbescheinigung

Arbeitsrecht

Eine Abmahnung wegen verspäteten Zugangs einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ist auch dann nicht unverhältnismäßig, wenn die Verspätung auf der Angabe einer falschen Postleitzahl durch den Arbeitnehmer beruht. Da die Angabe einer unrichtigen Postleitzahl bei gehöriger Sorgfalt vermeidbar gewesen wäre, ist die Vorwerfbarkeitsschwelle überschritten auch wenn es sich nicht um einen gravierenden Verstoß handelt.

Für die Erteilung einer Abmahnung kommt es auf das Verschulden des Abgemahnten ohnehin nicht an, da hierfür das Feststellen eines objektiven Verstoß gegen die arbeitsvertraglichen Pflichten des Arbeitnehmers ausreicht. Dies umfasst auch die Pflicht, bei einer länger als drei Tage andauernden Arbeitsunfähigkeit spätestens am darauf folgenden Arbeitstag die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorzulegen. Da die Abmahnung verspätet zugestellt wurde, wurde hiergegen verstoßen.

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Jens Grabner, Forchheim

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