Heimliches Aufzeichnen von Personalgesprächen - außerordentliche Kündigung

Arbeitsrecht

Das heimliche Aufzeichnen von Personalgesprächen ist als erheblicher Arbeitsvertragsverstoß anzusehen, der das Vertrauen in die Redlichkeit des Arbeitnehmers so ernsthaft stört, dass vor Ausspruch einer außerordentlichen Kündigung eine Abmahnung entbehrlich ist, da eine Hinnahme durch den Arbeitgeber offensichtlich – auch für den Arbeitnehmer erkennbar – ausscheidet.

Auch die Rechtfertigung der Aufnahmen mit Konzentrationsschwierigkeiten ging ins Leere. In diesem Fall hätte auf die Belastungssituation hingewiesen und um das Einverständnis zur Tonbandaufnahme gebeten werden müssen. Alternativ wären auch Notizen denkbar gewesen. Da hiervon aber kein Gebrauch gemacht wurde, lässt keine andere Schlussfolgerung zu, als dass einzelne Gesprächsinhalte gegen Mitarbeiter oder den Arbeitgeber verwendet werden sollten.

Vor diesem Hintergrund war vor Kündigung keine Zustimmung des Vertrauensmanns der schwerbehinderten Menschen erforderlich, da diesem eine derartige Aufgabenstellung zur Wahrnehmung nicht zugewiesen ist.

LAG Köln, 18.05.2011 - Az: 8 Sa 364/11

Wir lösen Ihr Rechtsproblem! AnwaltOnline - empfohlen von Radio PSR

Fragen kostet nichts: Sie erhalten ein unverbindliches Angebot für eine Rechtsberatung.
  Kostenloses Angebot    vertraulich    schnell: Beratung in wenigen Stunden

Unsere Rechtsberatung - von Ihnen bewertet

Durchschnitt (4,80 von 5,00) - Bereits 114.791 Beratungsanfragen

Vielen Dank für die schnelle, kompetente und verständliche Beratung von Herrn Dr. jur. Voß. Kann ich bestens weiter empfehlen.

Verifizierter Mandant

Sehr zufrieden mit dem gesamten Vorgangsablauf bisher. Sehr empfehlenswertes Internet Rechts Angebot.

Verifizierter Mandant