Kunden als Arschloch bezeichnet - Kündigung?

Arbeitsrecht

Im zu entscheidenden Fall hatte sich ein Kraftfahrer im Zuge eines Wortgefechts dazu hinreißen lassen, einen Kundenvertreter mehrfach als Arschloch zu bezeichnen. Ein solches Verhalten rechtfertigt aber nicht in jedem Fall eine Kündigung. Es ist eine Einzelfallprüfung und Interessenabwägung durchzuführen, um zu entscheiden, ob nicht auch eine Abmahnung ausreicht. Vorliegend handelte es sich um ein bereits sechs Jahre bestehendes Arbeitsverhältnis in einem Logistikzentrum. Während dieser Zeit hatte der Betroffene einen Kunden mehrfach trotz einer sehr engen Einfahrt mit äußerst geringer Durchfahrtshöhe unfallfrei beliefert. Bei einer dieser Lieferungen wurde der Fahrer von einer ihm unbekannten Person in gereiztem Ton aufgefordert, nicht weiterzufahren. Daraufhin antwortete der Kraftfahrers: "Ich liefere hier seit Jahren und jetzt aus dem Weg, du Arsch." Diesem Ausbruch folgte ein Wortgefecht und in der Folge fiel die Bezeichnung Arschloch dann wiederholt. Der Arbeitgeber kündigte daraufhin das bis dato einwandfreie Arbeitsverhältnis. Das Gericht befand jedoch, dass in diesem Fall eine Abmahnung ausgereicht hätte und kassierte die Kündigung ein.

LAG Schleswig-Holstein - Az: 4 Sa 474/09

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Tanja Benko-Tögel