Soldat darf nicht wegen eines nichtbezahlten Mittagessens entlassen werden!

Arbeitsrecht

Weder die militärische Ordnung noch das Ansehen der Bundeswehr rechtfertigen die Entlassung eines Soldanten aufgrund eines nicht bezahlten Mittagessens. Vorliegend sollte der Betroffene in der Truppenküche ein Mittagessen (Wert EUR 2,70) nicht bezahlt haben. Daraufhin wurde der Zeitsoldat fristlos entlassen, da das Vertrauen des Dienstherren missbraucht worden sei und Nachahmungsgefahr bestehe. Der Betroffene bestritt die Vorwürfe und klagte gegen die Entlassung. Vor dem Verwaltungsgericht wurde die Entlassung aufgehoben, da weder die militärische Ordnung noch das Ansehen der Bundeswehr ernstlich gefährdet seien und mangels konkreter Anhaltspunkte auch keine Nachahmungsgefahr bestehe. Ebenfalls lagen keine Gründe für die Annahme einer Wiederholungsgefahr vor, da sich der Betroffene bis dato tadellos verhalten habe und das Mittagessen zumindest nachträglich bezahlt wurde.

VG Koblenz, 28.09.2010 - Az: 2 K 339/10.KO

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