Ausgiebige Raucherpausen - fristlose Kündigung oder nicht?

Arbeitsrecht

Auch wenn ein Arbeitnehmer durch ausgiebige Raucherpausen arbeitsvertragliche Pflichten verletzt, rechtfertigen diese nicht ohne weiteres die Kündigung. Es kann unter Berücksichtigung aller Umstände unverhältnismäßig sein, dem Arbeitnehmer zu kündigen. Vorliegend hatte der Arbeitnehmer mit dem Arbeitgeber vereinbart, dass er kurze Raucherpausen einlegen darf, ohne das Zeiterfassungsgerät zu bedienen. Der Arbeitnehmer unterbrach dann aber mehrmals pro Tag und oft mehrere Stunden lang seine Arbeit. Entsprechende Abmahnungen waren wirkungslos, so dass der Arbeitgeber schließlich fristlos kündigte. Das Gericht hielt die Kündigung des über 50 Jahre alten Arbeitnehmers nach fast dreißigjähriger Betriebszugehörigkeit für unverhältnismäßig obwohl ein Grund für eine fristlose Kündigung vorlag. In diesem Einzelfall sei eine sofortige Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht gerechtfertigt. Das Gericht vertrat die Auffassung, es genüge, wenn der Arbeitnehmer sich in Zukunft zum Rauchen per Stempel offiziell abmeldet. Die Raucherpausen zählen dann nicht mehr zur Arbeitszeit und werden auch nicht mehr bezahlt.

LAG Rheinland-Pfalz, 21.01.2010 - Az: 10 Sa 562/09

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