Arbeitsvertrag anfechten, wenn der Arbeitnehmer nicht umzieht?

Arbeitsrecht

1. Der Arbeitgeber ist nicht berechtigt, den Arbeitsvertrag nach §123 BGB anzufechten, wenn der Arbeitnehmer der anstellungsvertraglichen Verpflichtung, seinen Hauptwohnsitz mit Familie in der Nähe des Betriebs zu nehmen, nie nachkommen wollte, da diese Vereinbarung rechtlich nicht bindend ist, wenn hierfür keine nachvollziehbaren, im Zusammenhang mit der Arbeitsleistung stehende Gründe bestehen.

2. Die Angabe des Arbeitgebers, dass Vorgesetzte und Kollegen nicht mehr mit dem Arbeitnehmer zusammenarbeiten wollen, ist nur dann für eine Kündigung nach § 1 Abs. 2 KSchG und für eine Auflösung nach § 9 KSchG ausreichend, wenn entsprechende Äußerungen im zeitlichen Zusammenhang mit der Kündigung erfolgten und ernsthaft mit der Abkehr der Mitarbeiter im Fall einer Weiterarbeit des Betroffenen zu rechnen ist. Weiterhin ist es erforderlich, daß der Arbeitgeber zunächst versucht, einen Ausgleich mit den Mitarbeitern herbeizuführen.

LAG Nürnberg - Az: 6 Sa 676/02

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