Diskriminierung, wenn weibliche Hausaufgabenbetreuung gesucht wird?

Arbeitsrecht

Im vorliegenden Fall hatte sich der Kläger auf folgende Internet-Anzeige beworben:

"Kurzinfo: weibliche Hausaufgabenbetreuung gesucht

Dauer der Beschäftigung : 2 x pro Woche ca. 4 Std.

Jobbeschreibung: Hausaufgabenbetreuung bei einer 12-jährigen

Gymnasiastin sowie 9-jähriger Grundschülerin

Anforderungen: nettes Wesen und Lateinkenntnisse"

Auf Nachfrage erfuhr der Kläger, dass die Stelle bereits anderweitig vergeben worden sei. Mit der Klage sollte eine Entschädigung wegen Geschlechterdiskriminierung nach § 15 AGG im Umfang von drei Monatsgehältern erzielt werden (bei einem angenommenen Stundenlohn von 20 EUR somit 1920 EUR).

Das zuständige Arbeitsgericht hatte die Klage in erster Instanz bereits abgewiesen, da u.a. die Entscheidung, die Hausaufgabenbetreuung von Mädchen nur einer Frau zu übertragen, wegen des in Art. 6 Abs. 2 GG geschützten Erziehungsrechts der Eltern zu respektieren ist. In seiner Berufung wand der Kläger ein, mit der gleichen Argumentation müsse es dann auch Eltern erlaubt sein, Lehrer eines bestimmten Geschlechts in öffentlichen Schulen abzulehnen. Das LAG wies die Berufung zurück, ohne diese Frage zu klären, da es schon deshalb nicht zu einer Benachteiligung gekommen war, weil die Stelle schon besetzt war, als die Bewerbung des Klägers einging.

LAG Köln, 01.10.2010 - Az: 4 Sa 796/10

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Christoph Brixner, Weitnau

Sehr geehrter Herr RA J.-P. Voß, vielen Dank für prompte und ausführliche Beratung, wenn sie in m-m Fall leider auch nicht zu m-n Gunsten ausfiel!

Jürgen Uwe Martineck, Berlin