ILO-Arbeitsmarktstatistik April 2005

Arbeitsrecht

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, ist die Zahl der Erwerbstätigen im April 2005 gegenüber dem Vormonat um 140 000 Personen (+ 0,4%) gewachsen. Dabei fiel der saisonal übliche Anstieg der Erwerbstätigkeit auf Grund der bis in den März hinein ungünstigen Witterungsverhältnisse im April dieses Jahres etwas höher aus als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre (+ 127 000 von März auf April). Die Zahl der Erwerbslosen war im April mit 4,33 Mill. gegenüber dem Vormonat nahezu unverändert.

Nach vorläufigen Berechnungen lag die Zahl der Erwerbstätigen mit Wohnort in Deutschland im April 2005 bei 38,76 Mill. Personen. Das waren rund 130 000 Arbeitskräfte (+ 0,3%) mehr als im Vorjahresmonat April 2004. Die Beschäftigungsgewinne im Vorjahresvergleich sind nach wie vor überwiegend auf Zuwächse bei Mini-Jobs, Arbeitsgelegenheiten (sog. Ein-Euro-Jobs) und geförderten selbstständigen Beschäftigungen (Ich-AGs) zurückzuführen. Die Erwerbstätigenquote als Anteil der Erwerbstätigen an der Gesamtbevölkerung im Alter von 15 bis 64 Jahren lag bei 68,0%. Sie war damit um 0,3 Prozentpunkte höher als im Vormonat und genauso hoch wie im April des Vorjahres.

Saisonbereinigt, das heißt nach rechnerischer Ausschaltung der üblichen jahreszeitlich bedingten Schwankungen, waren im April 2005 in Deutschland 9 000 Personen mehr erwerbstätig als einen Monat zuvor.

Nach Ergebnissen der Telefonerhebung des Statistischen Bundesamtes lag die Zahl der Erwerbslosen im April 2005 bei rund 4,33 Mill. und somit um 30 000 Personen (+ 0,7%) über dem Ergebnis des Vormonats. Die Erwerbslosenquote, gemessen als Anteil der Erwerbslosen an den Erwerbspersonen insgesamt, war mit 10,1% um 0,1 Prozentpunkte höher als im März 2005. Die geringen Veränderungen gegenüber dem Vormonat ermöglichen auf Grund des mit der Stichprobe verbundenen Standardfehlers keine gesicherte Aussage über eine Zu- oder Abnahme der Erwerbslosigkeit. Es gibt somit keine Anhaltspunkte für eine konjunkturelle Änderung der Arbeitsmarktsituation zwischen März und April 2005.

Auch die saisonbereinigte Zunahme der Erwerbslosigkeit zwischen März und April (+ 70 000) ist nur begrenzt interpretierbar. Auf Grund des Fehlens stabiler Erfahrungswerte sind diese vorläufig geschätzten Ergebnisse hinsichtlich der kurzfristigen Entwicklungstendenz mit größerer Unsicherheit behaftet.

Die gemäß dem ILO-Konzept ermittelte Erwerbslosenzahl lag im April um 640 000 unter der registrierten Arbeitslosigkeit nach dem Sozialgesetzbuch im gleichen Monat (4,97 Mill.). Nach den Ergebnissen der Telefonerhebung wurden etwa 1,4 Mill. Personen (+ 5,8% gegenüber dem Vormonat) als erwerbslos erfasst, die nach eigenen Angaben nicht arbeitslos registriert waren. Sie befinden sich auf Arbeitsuche, ohne sich bei einer Arbeitsagentur oder einem kommunalen Träger gemeldet zu haben, beispielsweise weil kein Anspruch auf eine finanzielle Leistung besteht oder weil sie nur nach einer geringfügigen Tätigkeit suchen. Hingegen waren 2,1 Mill. Befragte (- 7,0% gegenüber dem Vormonat), die nach ihrer Selbsteinstufung arbeitslos waren, nach dem ILO-Konzept nicht erwerbslos. Gründe dafür können sein, dass diese Personen in den letzten vier Wochen vor der Befragung keine konkreten Suchschritte unternommen haben oder neben der Arbeitsuche einer Erwerbstätigkeit von geringem zeitlichem Umfang nachgegangen sind.

Quelle: PM Statistisches Bundesamt

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