Europäische Berufsausweise sollen Arbeitnehmer mobiler machen

Arbeitsrecht

Wer auf Dauer in einem anderen EU-Land arbeiten will, wird von der neuen Richtlinie zur gegenseitigen Anerkennung von Berufsqualifikationen profitieren. Mehr als 40 Jahre lang existierte kein System, das es den EU-Bürgern erlaubte, ihren Beruf problemlos in einem anderen Mitgliedsstaat auszuüben. Die neue Richtlinie soll für alle Arbeitnehmer gelten, egal ob abhängig Beschäftigte, Selbstständige, Freiberufler oder Berufstätige, die eine bestimmte Ausbildung nachweisen oder eine bestimmte Lizenz erwerben müssen. In diese Kategorie der "regulierten" Berufe fallen etwa Ärzte, Krankenschwestern oder Architekten.

Die Parlamentarier fordern, dass die Richtlinie jedoch nicht für Berufe gilt, in denen öffentliche Gewalt ausgeübt wird. Im Gegensatz zum Rat wollen die Parlamentarier die automatische Anerkennung von medizinischen und zahnmedizinischen Spezialisierungen beibehalten, die in mindestens zwei Mitgliedsstaaten identisch sind.

Künftig sollen Berufsqualifikationen auf der Basis eines zwischen den EU-Ländern abgestimmten Systems von Mindeststandards anerkannt werden. Jeder Bürger, der in einem anderen EU-Land einen "regulierten" Beruf ausüben will, muss über dieselben Qualifikationen verfügen wie die in diesem Beruf tätigen Staatsangehörigen des Gastlandes. Ist das Ausbildungsniveau in Heimat- und Gastland nicht identisch, muss der Arbeitnehmer mindestens über ein Qualifikationslevel verfügen, das direkt unter dem liegt, welches er für das Ausüben seines Berufes im Gastland benötigt.

Die Richtlinie legt entsprechende Ausbildungs- und Trainingsstandards fest, die es umgekehrt ermöglichen sollen, gemeinsame Nenner für die Qualifikationsstandards der einzelnen Länder zu etablieren. Bezüglich der Zahl der Standards zum Nachweis der Berufsqualifikationen sah der Rat vier vor. Die Abgeordneten fordern jedoch fünf Standards, ohne jedoch ihnen Ziffern, Buchstaben oder andere Zeichen zu setzen, die auf eine Hierarchie hindeuten würden.

Ein gemeinsamer Ausschuss soll künftig die derzeit zahlreichen Ausschüsse zur Anerkennung von Berufsqualifikationen ersetzen. Dieser Ausschuss soll sich aus Vertretern der Mitgliedstaaten zusammensetzen und vom Vertreter der Kommission geleitet wird. Angesichts der unterschiedlichen nationalen Systeme und der Anzahl der Qualifikationen verlangen die Abgeordneten, dass Sachverständige aller Berufsgruppen in die Arbeit und Entscheidungsfindung des gemeinsamen Gremiums einbezogen werden.

Um die Mobilität der Arbeitnehmer zu fördern, schlagen die Abgeordneten vor, europaweit gültige Berufsausweise einzuführen. Die Ausweise würden umfassende Angaben über den beruflichen Lebenslauf des Arbeitnehmers enthalten und könnten damit den Informationsaustausch zwischen Heimat- und Gastland beschleunigen. Diese Ausweise sollten von Berufsverbänden und -vereinigungen ausgestellt werden.

Quelle: PM EU-Parlament

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