BfA: Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im April 2003

Arbeitsrecht

Verschlechterung hat sich fortgesetzt

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im April saisonbedingt erneut zurückgegangen. Die Abnahme um gut 110.000 war geringer als in diesem Monat üblich. Saisonbereinigt erhöhte sich die Arbeitslosigkeit weiter. Die Erwerbstätigkeit sank auch im Februar absolut und saisonbereinigt.
Vor dem Hintergrund struktureller Probleme und konjunktureller Schwäche kann sich der Arbeitsmarkt zurzeit nicht erholen. Die angekündigten Reformen müssen zügig und konsequent umgesetzt werden.

Arbeitslosenzahl im April 2003: -112.700 auf 4.495.200
Arbeitslosenquote im April 2003: -0,3 Prozentpunkte auf 10,8 Prozent

Weiter ungünstige Entwicklung der Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland hat im April um 112.700 auf 4.495.200 abgenommen, im Westen auf 2.811.000, im Osten auf 1.684.200. Gegenüber dem Vorjahr gab es bundesweit 471.100 Arbeitslose mehr. Die Arbeitslosenquote belief sich auf 10,8 Prozent, im Westen auf 8,6 Prozent und im Osten auf 19,1 Prozent.
Saisonbereinigt errechnet sich im Vergleich zum Vormonat ein Anstieg von 44.000, davon 30.000 im Westen und 14.000 im Osten. Lichtblick: Die Zuwachsraten werden seit zwei Monaten kleiner. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote für Deutschland (neu!) lag bei 10,7 Prozent. Die EU-standardisierte saisonbereinigte Erwerbslosenquote bezifferte sich auf 9,4 Prozent.
Die Zahl der Erwerbstätigen nahm im Februar 2003 um 50.000 auf 37,86 Millionen ab; saisonbereinigt verringerte sie sich gegenüber Januar um 44.000.

Mehr Arbeitslose in Beschäftigung

In den ersten vier Monaten dieses Jahres haben 3 Prozent mehr Arbeitslose als im Vorjahreszeitraum die Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Beschäftigung beendet. Das ist beachtlich, weil sich der Arbeitsmarkt seitdem verschlechtert hat. Der Zuwachs ergibt sich vor allem aus gesetzlichen und organisatorischen Änderungen. Mit Profiling und Eingliederungsvereinbarungen stimulieren die Arbeitsämter die Eigeninitiative der Arbeitslosen. Vor allem Kurzzeitarbeitslose suchen und finden öfter selbst Arbeit.

Arbeitslosigkeit schwerbehinderter Menschen nimmt wieder zu

Mittlerweile nimmt die Arbeitslosigkeit Schwerbehinderter trotz großer Bemühungen der Arbeitsämter wieder zu. Allerdings war der Anstieg im April gegenüber dem Vorjahr mit 7 Prozent niedriger als der allgemeine Anstieg der Arbeitslosigkeit um 12 Prozent. Nach Angaben einiger Integrationsfachdienste sind die Kündigungsanträge nach dem Schwerbehindertenrecht im Januar und Februar 2003 gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um über 30 Prozent gestiegen. Vor diesem Hintergrund haben die von der BA eingerichteten Integrationsfachdienste insbesondere die Aufgabe, Beschäftigungsverhältnisse von Schwerbehinderten durch intensive Information und Beratung der Arbeitgeber zu sichern, damit Arbeitslosigkeit nicht entsteht.

Nicht jeder ist verfügbar

Eine größere Zahl an Arbeitslosen steht dem Arbeitsmarkt nach Feststellungen der BA und des Bundesrechnungshofes nicht zur Verfügung und gehört deshalb nicht in die Statistik. Der Bundesrechnungshof beziffert diesen Anteil auf ein Fünftel. Die Arbeitsämter prüfen seit Beginn letzten Jahres verstärkt die Verfügbarkeit. Das führt dazu, dass sich Arbeitslose zumindest vorübergehend abmelden. Ihre Zahl wäre ohne diese Aktivitäten im letzten Jahr um 100.000 bis 150.000 höher gewesen. Verfügbarkeit lässt sich jedoch nur durch konkrete Stellen- oder Förderangebote prüfen, was bei hoher Arbeitslosigkeit nur eingeschränkt möglich ist. Die angekündigte Vereinfachung des Leistungs- und Förderrechts ist unumgänglich, damit das notwendige Personal für das Fallmanagment zur Verfügung steht.
Ursache für die festgestellte Scheinarbeitslosigkeit von Nichtleistungsempfängern ist die Notwendigkeit der Arbeitslosmeldung zum Erwerb anderer Sozialleistungen. Diese Voraussetzungen sollten gesetzlich minimiert werden.
Die vorgesehene Verkürzung der Dauer des Arbeitslosengeldbezugs von Älteren wird eine Praxis beenden, die sich in den letzten Jahren entwickelt hat: Ältere Arbeitnehmer erklären sich bereit, mit einem Zubrot ihres Arbeitgebers und unter Nutzung des Arbeitslosengeldes vorzeitig auszuscheiden.

Mehr Ausbildungsplätze nötig

Seit Oktober 2002 haben Unternehmen und Behörden den Arbeitsämtern erheblich weniger Ausbildungsstellen gemeldet als in den ersten sieben Monaten des letzten Berufsberatungsjahres. Zugleich haben sich genauso viele Jugendliche als Bewerber registrieren lassen. Ende April gab es bundesweit bei den Arbeitsämtern 164.400 unbesetzte Ausbildungsplätze. 325.700 Bewerber waren unversorgt.
Wenn sich diese Entwicklung fortsetzt, fehlen zum Ende des Berufsberatungsjahres nach allgemeinen Erfahrungen bis zu 70.000 Lehrstellen. Noch lässt sich gegensteuern. Dabei kann das Programm „Kapital für Ausbildungsplätze“ der Kreditanstalt für Wiederaufbau genutzt werden. Im Herbst 2003 werden die Arbeitsämter für benachteiligte und behinderte Jugendliche genau so viele Maßnahmeplätze zur Verfügung stellen wie im letzten Jahr. Diese Aktivitäten werden von einer Werbekampagne der BA unter dem Motto „Ohne Nachwuchs sehen wir alt aus“ begleitet.

Quelle: PM des BfA

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