Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im August 2012

Arbeitsrecht

Schwächere Entwicklung
Die deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal nur noch wenig gewachsen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hat das reale Bruttoinlandsprodukt saison- und kalenderbereinigt um 0,3 Prozent zugelegt, nach +0,5 Prozent im ersten Quartal. Gleichzeitig lassen die rückläufigen Frühindikatoren – wie der ifo-Geschäftsklimaindex und die ZEW-Konjunkturerwartungen – für das zweite Halbjahr eine noch langsamere Gangart erwarten. Das geringere Wirtschaftswachstum zeigt sich auch auf dem Arbeitsmarkt. So sind Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bis in den Juli und Juni saisonbereinigt zwar gewachsen, jedoch nicht mehr so dynamisch wie im ersten Quartal. Die Arbeitslosigkeit hat im August saisonbereinigt weiter zugenommen, dies hängt aber auch mit weniger Entlastung durch Arbeitsmarktpolitik zusammen. Die Unterbeschäftigung, die solche Veränderungen berücksichtigt, ist erneut leicht gesunken. Der Indikator für die Arbeitskräftenachfrage, der BA-X, hatte in den letzten Monaten tendenziell nachgegeben, liegt aber nach wie vor auf hohem Niveau.

Soziale Sicherung bei Arbeitslosigkeit
Nach vorläufiger Hochrechnung bezogen im August 2012 5.165.000 erwerbsfähige Menschen Lohnersatzleistungen nach dem SGB III (Arbeitslosengeld) oder Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts für Arbeitsuchende nach dem SGB II (Arbeitslosengeld II). Damit ist die Anzahl der Leistungsempfänger insgesamt im Vorjahresvergleich um 129.000 oder 2 Prozent zurückgegangen. Die Zahl der Arbeitslosengeldempfänger ist saisonbereinigt erneut erkennbar gestiegen – die Zahl der Bezieher von Arbeitslosengeld II hat dagegen saisonbereinigt weiter leicht abgenommen. Der Bestand an Arbeitslosengeldempfänger steigt vor allem infolge rückläufiger Teilnehmerzahlen an aktiver Arbeitsmarktpolitik im SGB III: Arbeitslosengeld nach dem SGB III erhielten im August 837.000 Personen, das waren 11.000 mehr als im Vormonat. Bereinigt um saisonale Einflüsse entspricht dies einem erkennbaren Anstieg um 10.000, nach +6.000 im Juli und +26.000 im Juni. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Zahl der Arbeitslosengeldempfänger um 50.000 (+6 Prozent) gestiegen. Die hochgerechnete Zahl der Arbeitslosengeld II-Empfänger ist im August gegenüber dem Vormonat um 29.000 auf 4.420.000 gesunken. Saisonbereinigt entspricht dies erneut einem Rückgang um 6.000, nach -6.000 im Juli und -8.000 im Juni. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Zahl der Arbeitslosengeld II-Bezieher im August um 167.000 abgenommen (-4 Prozent), nach -173.000 (-4 Prozent) im Juli und -189.000 (-4 Prozent) im Juni.

Zum Ausbildungsmarkt
Für die Bilanz des Berufsberatungsjahres 2011/2012 zeichnet sich nach der Statistik der Bundesagentur für Arbeit eine ähnlich gute Entwicklung wie im letzten Jahr ab; wenngleich je nach Region, Berufswunsch und Qualifikation Unterschiede bestehen. Insgesamt fällt die Zahl der von Oktober 2011 bis August 2012 gemeldeten Bewerber etwas höher aus als im Vorjahreszeitraum. Ebenso ist die Zahl der gemeldeten Berufsausbildungsstellen gestiegen und auch die bis Juli 2012 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge liegen über dem Vorjahresniveau. Im August 2012 gibt es mehr unbesetzte Ausbildungsstellen als noch unversorgte Bewerber.

Zur Arbeitsmarktpolitik
Im August 2012 befanden sich nach hochgerechneten und zum Teil untererfassten Werten 842.000 Personen in einer von Bund oder der Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme. Das waren 20 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Aktivierungsquote lag im August bei 18,4 Prozent. Damit fiel die Förderung durch Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik deutlich niedriger aus als im gleichen Monat des Vorjahrs (-3,6 Prozentpunkte). 379.000 (45 Prozent) der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden aus Mitteln der Arbeitslosenversicherung gefördert, 463.000 (55 Prozent) nahmen an Maßnahmen teil, die aus Mitteln der Grundsicherung getragen wurden. Mit 178.000 Personen und einem Anteil von 21 Prozent an allen Teilnehmenden waren Instrumente im Bereich der Beschäftigung schaffenden Maßnahmen die größte Maßnahmengruppe. Betrachtet man die Instrumente aktiver Arbeitsmarktpolitik in Kostenträgerschaft des SGB III ohne die Instrumente zur Förderung der Berufsausbildung, wurden im August 248.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gefördert. Aus Mitteln des SGB II wurden im August – ebenfalls ohne Maßnahmen zur Förderung der Berufsausbildung – 439.000 Perso-nen mit arbeitsmarktpolitischen Instrumenten unterstützt.

Quelle: PM Bundesagentur für Arbeit; Monatsbericht August 2012

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