Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Juni 2012

Arbeitsrecht

Von Mai auf Juni 2012 ging die Arbeitslosigkeit um 46.000 Personen auf 2.809.000 zurück. Saisonbereinigt ist die Arbeitslosigkeit im Vormonatsvergleich um 7.000 gestiegen. Die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,1 Prozentpunkte auf 6,6 Prozent. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat nach vorläufigen, hochgerechneten Daten im April 2012 saisonbereinigt um 46.000 zugenommen. Nicht saisonbereinigt lag sie im April bei 28,88 Millionen.

Anzeichen für eine schwächere Entwicklung

Die Risiken für die Konjunktur haben zugenommen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist das reale Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal 2012 saison- und kalenderbereinigt zwar um 0,5 Prozent gewachsen, Frühindikatoren wie der ifo-Geschäftsklimaindex, die ZEW-Konjunkturerwartungen und die Auftragseingänge haben aber zuletzt deutlich nachgegeben. Auch der Arbeitsmarkt zeigt Anzeichen einer schwächeren Entwicklung. Während die Erwerbstätigkeit und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bis Mai beziehungsweise April saisonbereinigt weiter zugenommen haben, sind die Arbeitslosigkeit und die Unterbeschäftigung, für die aktuellere Werte bis Juni vorliegen, saisonbereinigt leicht gestiegen. Außerdem hat sich der Indikator für die Arbeitskräftenachfrage, der BA-X, im Juni deutlich verringert, liegt allerdings nach wie vor auf hohem Niveau.

Zur sozialen Sicherung bei Arbeitslosigkeit

Nach vorläufiger Hochrechnung bezogen im Juni 2012 5.153.000 erwerbsfähige Menschen Lohnersatz-leistungen nach dem SGB III (Arbeitslosengeld) oder Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts für Arbeitsuchende nach dem SGB II (Arbeitslosengeld II). Damit ist die Anzahl der Leistungsempfänger insgesamt im Vorjahresvergleich um 160.000 oder 3 Prozent zurückgegangen. Die Zahl der Arbeitslosengeldempfänger ist saisonbereinigt erneut erkennbar gestiegen – die Zahl der Bezieher von Arbeitslosengeld II hat dagegen auch saisonbereinigt leicht abgenommen. Arbeitslosengeld nach dem SGB III erhielten im Juni 768.000 Personen, 10.000 weniger als im Vormonat. Bereinigt um saisonale Einflüsse entspricht dies allerdings einem Anstieg um 24.000, nach +6.000 im Mai und +20.000 im April. Gegenüber dem Vorjahresmonat stieg die Zahl der Arbeitslosengeldempfänger um 26.000 (+3 Prozent). Die hochgerechnete Zahl der Arbeitslosengeld II-Empfänger ist im Juni gegenüber Mai um 19.000 auf 4.473.000 gesunken. Saisonbereinigt entspricht dies einem Rückgang um 1.000, nach -6.000 im Mai und -12.000 im April. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Zahl der Arbeitslosengeld II-Bezieher im Juni um 176.000 abgenommen (-4 Prozent), nach -206.000 (-4 Prozent) im Mai und -225.000 (-5 Prozent) im April.

Zum Ausbildungsmarkt

Nach der Statistik der Bundesagentur für Arbeit fällt die Zahl der bis Juni 2012 gemeldeten Bewerber im Berufsberatungsjahr 2011/2012 etwas höher aus als im Vorjahreszeitraum. Ebenso ist die Zahl der gemeldeten Berufsausbildungsstellen gestiegen und auch die bis Mai 2012 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge liegen über dem Vorjahresniveau. Damit könnte sich der positive Trend am Ausbildungsmarkt in diesem Jahr fortsetzen. Allerdings ist es verfrüht, eine sichere Einschätzung zur weiteren Ent-wicklung auf dem Ausbildungsstellenmarkt zu geben. Die Bilanz wird Ende September gezogen, bis dahin bleibt der Markt in Bewegung.

Zur Arbeitsmarktpolitik

Im Juni 2012 befanden sich nach hochgerechneten und zum Teil untererfassten Werten 963.000 Personen in einer von Bund oder Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme. Das waren 20 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Aktivierungsquote lag im März – aktuellere endgültige Werte liegen nicht vor – bei 19,3 Prozent. Damit fiel die Förderung durch Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik erkennbar niedriger aus als im gleichen Monat des Vorjahrs (-3,1 Prozentpunkte).
496.000 (52 Prozent) der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden aus Mitteln der Arbeitslosenversicherung gefördert, 467.000 (48 Prozent) nahmen an Maßnahmen teil, die aus Mitteln der Grundsicherung getragen wurden. Mit 226.000 Personen und einem Anteil von knapp einem Viertel an allen Teilnehmenden waren Instrumente im Bereich der Berufswahl und Berufsausbildung die größte Maßnahmengruppe. Betrachtet man die Instrumente aktiver Arbeitsmarktpolitik in Kostenträgerschaft des SGB III ohne die Instrumente zur Förderung der Berufsausbildung, wurden im Juni 302.000 Teilnehmerinnen und Teil-nehmer gefördert. Aus Mitteln des SGB II wurden im Juni – ebenfalls ohne Maßnahmen zur Förderung der Berufsausbildung – 435.000 Personen mit arbeitsmarktpolitischen Instrumenten unterstützt.

Quelle: PM der BA

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