Die Wissenschaftsstadt Darmstadt
bereitet einen aktualisierten Mietspiegel vor, der die Datensammlung des
Jahres 2003 ersetzen soll. Mit der Erhebung und Aufbereitung der Daten
ist das Institut Wohnen und Umwelt, eine Forschungseinrichtung des Landes
Hessen und der Stadt Darmstadt, beauftragt.
Zwischen Ende August bis
Ende Oktober 2007 melden sich bei rund 6.500 ausgewählten Mietern
und Vermietern in Darmstadt Mitarbeiter des Institutes für Marktforschung
in Leipzig, um Auskünfte über Miethöhe, Nebenkosten, Wohnungsgröße
und -ausstattung einzuholen. Das Vorhaben ist mit dem Mieterverein und
dem Haus und Grund Darmstadt e.V. abgestimmt und wird von beiden unterstützt.
Der neue Mietspiegel soll Mitte nächsten Jahres veröffentlicht
werden.
Schon der derzeitig gültige
Mietspiegel berücksichtigte ökologische und energetische Kategorien
und gilt als "ökologischer Mietspiegel" in Deutschland als beispielhaft.
Dieser Aspekt soll nun standardisiert werden. Gerade in Zeiten steigender
Energiekosten, der Energieeinsparverordnung, des Klimawandels tritt die
wärmetechnische Beschaffenheit einer Wohnung immer stärker in
den Vordergrund. Hinzu kommt ein Wandel gesellschaftlicher Vorstellungen
von Wohnwert: Die Tendenz geht zur positiven Bewertung ökologischer
Wohnungs- und Gebäudemerkmale.
Deshalb soll bei dem neu
zu erhebenden Mietspiegel für Darmstadt die Methodik der Erhebung
der wärmetechnischen Beschaffenheit eines Gebäudes weiter ausgebaut
und optimiert werden. "Mit diesem in Deutschland einzigartigen innovativen
Mietspiegel leistet die Stadt Darmstadt ihren Beitrag, um die Rahmenbedingungen
für Wärmedämmung, Fensteraustausch und Heizungsmodernisierung
in Darmstadt zu verbessern und die Mietgerechtigkeit zu erhöhen",
erläutert Wohnungsdezernent Jochen Partsch.
Der Darmstädter Mietspiegel gibt verlässlich Auskunft über die ortsübliche Vergleichsmiete und trägt dazu bei, das Mietpreisgefüge im nicht preisgebundenen Wohnungsbestand transparent zu machen, Kosten der Beschaffung und Bewertung von Informationen über Vergleichsmieten zu verringern und den Gerichten die Entscheidung in Streitfällen zu erleichtern. Die rechtliche Grundlage für den Mietspiegel bildet das Mietrecht des Bürgerlichen Gesetzbuches, wobei unterschieden wird zwischen dem "normalen", und dem "qualifizierten" Mietspiegel. Voraussetzung für einen "qualifizierten" Mietspiegel ist, dass er nach anerkannten wissenschaftlichen Grundsätzen auf repräsentativer Datenbasis erstellt wurde.
"In Darmstadt ist die Verwendung qualifizierter Mietspiegel schon seit Jahren Standard und hat sich in der Praxis bewährt," so Stadtrat Jochen Partsch. Gemeinsam mit den Vorständen des Mietervereins und der Haus und Grund Darmstadt e.V. bittet Stadtrat Partsch die Bürger um Unterstützung der Befragungen zum neuen Mietspiegel: "Die Mitarbeit jedes ausgewählten Haushaltes ist wichtig und notwendig ist, um auch in Zukunft einen aktuellen Orientierungsmaßstab für Mieter und Vermieter bieten zu können."
Quelle: Pressemitteilung der Stadt Darmstadt