Bocholt (pd). Gute Nachrichten für fortschrittliche Bauherren: Die Stadt Bocholt unterstützt Passivhausbauherren in Zukunft auch außerhalb von Biemenhorst durch fachliche Beratungsleistung. Wer in Bocholt derzeit Häuser mit extrem niedrigem Heizenergiebedarf baut, erhält so gleich doppelt Hilfestellung. Erstens finanziell durch Fördermittel des Landes NRW und zweitens inhaltlich durch ein von der Stadt Bocholt beauftragtes kompetentes Fachinstitut.
"Die positiven Erfahrungen
mit dem Bau von Passivhäusern in Biemenhorst haben dazu geführt,
dass wir diese moderne Bauweise auch weiterhin voranbringen wollen", erklärt
Stadtbaurat Ulrich Paßlick. "Nicht nur Bauherren, sondern auch immer
mehr örtliche Architekten, Baufirmen und Handwerksbetriebe beginnen,
sich für die neuen Techniken zu interessieren."
In Bocholt gibt es bereits
eine Reihe von erfolgreich realisierten Passivhäusern. Im Rahmen des
Modellprojektes in Biemenhorst wurden inzwischen 6 Doppelhaushälften
und 2 Einfamilienhaus als Passivhäuser errichtet. Die Fachplanungen
von 4 weiteren Doppelhaushälften und einem Einfamilienhaus sind erfolgreich
abgeschlossen. Mit ihrem Bau wird in den nächsten Wochen begonnen.
Wohnqualität und Innenklima
der realisierten Gebäude sind komfortabel, die Räume durch eine
Südorientierung hell und freundlich und die Bocholter Bauherren sehr
zufrieden. "Der Bau eines solchen Hauses wirft, wie alles Neue, Fragen
auf. In Bocholt werden die Bauherren hiermit nicht alleine gelassen", betont
Bocholts Umweltreferentin Angela Theurich. Auf Anfrage können Passivhaus-Bauherren
in Zukunft im Umweltreferat insgesamt zwei Gutscheine für Beratungsleistungen
erhalten. Einen für Fragen während der Planungsphase und einen
anderen für telefonische Hilfestellung während der Bauphase.
Kompetente Antworten liefert das Niedrigenergie-Institut in Detmold per
Telefon. Jeder Gutschein beinhaltet ein Kontingent für 2 Std. Beratung,
das in mehreren Telefongesprächen oder auch innerhalb eines persönlichen
Beratungsgespräches in Detmold zusammen mit dem jeweiligen Architekten
oder Bauunternehmen genutzt werden kann.
Interessant an der Passivhausbauweise ist auch die derzeitige finanzielle Unterstützung durch das Land NRW. Seit Februar dieses Jahres fördert das Landesinstitut für Bauwesen den Bau von Passivhäusern mit Zuschüssen, die sich sehen lassen können. Bis zu 6.600 € erhalten Bauherren von Einfamilienhäusern für die entsprechende Ausführung der Gebäudehülle. 4.300 € sind dies bei Doppelhaushälften. Neben kompakter Bauweise sind die sehr gute Dämmung und eine Dreifachverglasung hierfür maßgebliche Faktoren. Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung, die in Passivhäusern auch die Funktion der Heizung mit übernehmen, werden zusätzlich mit 1.500 € finanziell unterstützt. Die "Häuser für die Zukunft" benötigen später nur noch einen Bruchteil der sonst zu Heizzwecken erforderlichen Energie. Zinsgünstige Darlehen in Höhe von jeweils 50.000 € werden zusätzlich von der Kreditanstalt für Wiederaufbau für die Passivhaus-Bauweise zur Verfügung gestellt. Eine intelligente Lösung ist diese Bauweise auch bei Neubauvorhaben mit Lärmschutzproblemen. Dreifachverglasung und eine moderne Lüftungsanlage können hier Abhilfe schaffen. Förderanträge für die Zuschüsse des Landes NRW sowie Informationsbroschüren über die Bauweise selbst sind beim Umweltreferat der Stadt Bocholt unter Tel. 02871/953-137 (Frau Theurich) erhältlich.
Quelle: Pressemitteilung der Stadt Bocholt