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Mönchengladbach: Wohnungsmarkt

Mietrecht Lesezeit: ca. 5 Minuten

Allgemeine Situation deutlich verbessert / Aber Versorgung kinderreicher und einkommensschwacher Familien wird schwieriger

pmg. In den zurückliegenden Jahren hat sich der Wohnungsbestand in Mönchengladbach kontinuierlich erhöht. In Mönchengladbach gibt es derzeit rund 124.000 Wohnungen. Diese positive Entwicklung zeigt sich auch in der allgemeinen Situation des Mietwohnungsangebotes, die sich deutlich verbessert hat. Dies ist ein Ergebnis des "2. Berichtes zur Wohnungsmarktbeobachtung, den die Stadt Mönchengladbach jetzt auf Basis der Daten von 1999 und 2000 erarbeitet hat. Für das obere und mittlere Preissegment kann von einem sehr entspannten bzw. ausgewogenen Wohnungsmarkt gesprochen werden. Diese Entspannungstendenzen gelten jedoch nicht für größere Wohnungen des unteren Preissegments und des öffentlich geförderten Wohnungsmarktes.

Der preisgebundene öffentlich geförderte Mietwohnungsbestand ist in Mönchengladbach schon seit Jahren rückläufig. Per Saldo gingen allein in den letzten zehn Jahren rund 8.800 geförderte Mietwohnungen verloren. Dieser Prozess wird sich absehbar in den nächsten Jahren fortsetzen. Der starke Verlust geförderter Mietwohnungen im Bestand konnte durch den Bau neuer Wohnungen bei weitem nicht kompensiert werden und ist zur Zeit fast zum Erliegen gekommen. Vor diesem Hintergrund erscheint die Versorgung bestimmter Personengruppen wie kinderreiche Familien und einkommensschwächere Haushalte mit ausreichendem Wohnraum immer schwieriger. Der öffentlich geförderte Wohnungsbau ist aber weiterhin notwendig, um benachteiligte Personengruppen mit ausreichendem Wohnraum zu versorgen.

Die Zahl der Kaufverträge auf dem Grundstücksmarkt bewegt sich auf hohem Niveau, ist aber im Jahresvergleich 1999/2000 um über 13% zurückgegangen. Dies gilt für alle Teilmärkte, insbesondere bei Ein- und Zweifamilienhäusern und bei Eigentumswohnungen. Die Verkäufe von Mehrfamilienhäusern - die auf niedrigerem Niveau waren - sind im Jahresvergleich 1999/2000 dagegen nur noch leicht zurückgegangen. Die Zahl der Verkäufe unbebauter Wohngrundstücke ist im letzten Jahr ebenfalls deutlich zurückgegangen. Für die nächsten Jahre sind planungsrechtlich ausreichend Wohnbauflächen ausgewiesen.

Wie aus einer kürzlich unter Experten des örtlichen Wohnungsmarktes durchgeführten Umfrage zur Wohnungsmarktsituation in Mönchengladbach ersichtlich wird, hat sich im letzten Jahr das Investitionsklima besonders im Mietwohnungsbau verschlechtert. In der kurz- und mittelfristigen Perspektive rechnen die Experten sowohl beim Mietwohnungsbau als auch bei den Eigentumswohnungen mit keinem grundlegenden Umschwung des negativen Investitionsklimas. Beim Familieneigenheimbau wird dagegen von einem noch positiven Klima ausgegangen. Die künftige Entwicklung des Mietwohnungsmarktes wird im oberen Segment entspannt bleiben, das mittlere Segment wird sich wieder leicht anspannen und das untere weiter angespannt bleiben. Auf dem Teilmarkt des geförderten Wohnungsbaus wird die schwierige Lage auch bei den größeren Wohnungen anhalten.

Ziel der Wohnungsmarktbeobachtung ist es, die Rahmenbedingungen und das aktuelle Geschehen auf dem örtlichen Wohnungsmarkt aufzuzeigen. Als "Frühwarnsystem" soll sie aktuelle Probleme und Handlungsfelder identifizieren und damit eine neue, zeitnahe Entscheidungsgrundlage für die Akteure des Wohnungsmarktes sein. Basis der Wohnungsmarktbeobachtung bildet ein Indikatorensystem, das aus dem kommunalen Datenkatalog - ergänzt durch Vergleichsdaten der Bundes- und Landesebene - erstellt wird.
Eigene empirische Erhebungen und Untersuchungen, wie die Zeitungsanalyse der Mietangebote oder das Stimmungsbarometer zum Wohnungsmarkt, vervollständigen die Wohnungsmarktbeobachtung.

Für den Wohnungsbedarf ist die Bevölkerungsentwicklung ein wesentlicher Einflussfaktor. Die Bevölkerungsentwicklung in Mönchengladbach verlief in den 90er Jahren insgesamt positiv. Seit 1997 sind die Einwohnerzahlen rückläufig. Die natürliche Bevölkerungsentwicklung - d.h. der Saldo aus Geburten- und Sterbefallzahlen - ist hierbei als Haupt-ursache des Bevölkerungsrückgangs anzuführen. Derzeit stabilisiert sich die Bevölkerungszahl bei rund 267.000 mit leicht fallender Tendenz. Vor diesem Hintergrund ergibt sich weiterer Wohnungsbedarf als Folge neuer Haushaltsgündungen und neuer Lebens- und Wohnformen. Auch ist die durchschnittliche Haushaltsgröße rückläufig.

Veröffentlicht: 06.07.2015

Quelle: Pressemitteilung der Stadt Mönchengladbach

Alexandra Klimatos (Rechtsanwältin, Absolventin der Fachanwaltslehrgänge: Familienrecht, Bank- und Kapitalmarktrecht, Miet- und Wohnungseigentumsrecht)Dr. jur. Jens-Peter Voß (Rechtsanwalt)Theresia Donath (Rechtsanwältin, Fachanwältin für Verkehrsrecht)

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