Stadt widerspricht Mieterverein Bonn/Rhein-Sieg/Ahr
ib – Mit Nachdruck tritt die Stadtverwaltung der Behauptung des Mietervereins Bonn/Rhein-Sieg/Ahr e.V. entgegen, die Stadt Bonn habe sich bei der Inanspruchnahme von Wohnungsbauförderungsmitteln des Landes NW nachdrücklich blamiert. Obwohl bundesweit die Wohnungsbauförderung aufgrund verschlechterter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen rückläufig ist, ist es in Bonn sogar gelungen, das Fördervolumen von 22,9 Millionen DM im Jahr 2000 auf 25,7 Millionen DM in 2001 zu erhöhen. Dies ist nach Auskunft des Liegenschaftsamtes ein beachtlicher Erfolg der Anstrengungen aller Beteiligten in der Region Bonn.
"Die Äußerungen
des Mietervereins erwecken den Eindruck, dass aufgrund mangelnder Aktivitäten
seitens der Stadtverwaltung 30 Millionen DM an Fördermitteln an das
Land zurückgegeben werden müssten. Dem ist, da sachlich unrichtig,
mit Entschiedenheit entgegenzutreten", widerspricht Martin Krämer,
Leiter des Liegenschaftsamtes, den erhobenen Vorwürfen.
Krämer weiter: "Erstmalig
für das Jahr 2001 wurde vom Land ein Versuch gefahren, die zur Verfügung
gestellten Wohnungsbauförderungsmittel für die Region Bonn/Rhein-Sieg
zu budgetieren. Hierfür wurden vom Ministerium für Städtebau
und Wohnen, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen 100 Millionen
DM zur Verfügung gestellt, wohlwissend, dass diese Mittel so großzügig
bemessen sind, dass sie im Vergleich zu den Vorjahreszahlen nicht voll
abgerufen würden. Das Land selbst ist davon ausgegangen, dass aufgrund
der Vorjahreswerte nur lediglich rund 75 Millionen DM benötigt würden,
wollte aber im Rahmen des Budgetierungsversuches eine "großzügige
Bemessung" für die Region gewährleisten.
Die Verteilung der budgetierten
Mittel sah so aus, dass - nach heutigem Stand - insgesamt 70 Millionen
DM in die Region flossen. Hiervon entfielen 30 Millionen DM auf die Stadt
Bonn. Die jüngste Bewilligungskontrolle 2001 vom 28. November weist
aus, dass hiervon insgesamt 25,76 Millionen DM an Bewilligungen ausgesprochen
wurden, die auf 540 Wohneinheiten entfallen. Damit ist im Vergleich zum
Vorjahr - in 2000 wurden 22,9 Millionen DM insgesamt bewilligt - sogar
noch eine Steigerung von knapp drei Millionen DM zu verzeichnen.
Generell ist bekannt, dass die Wohnungsbauförderung in den letzten Jahren kontinuierlich einen Rückgang zu verzeichnen hat. Dies liegt einerseits an den steuergesetzlichen Rahmenbedingungen, die sich aus Sicht der Investoren verschlechtert haben. Zum anderen wird die fehlende Flexibilität im Rahmen der geltenden Förderbestimmungen beklagt; letzteres bezieht sich insbesondere auf die Modernisierungsrichtlinien.
Grundsätzlich können natürlich nur Bewilligungsbescheide erteilt werden, wenn entsprechende Anträge vorliegen. Hierbei sind die Bewilligungsbehörden darauf angewiesen, dass es für derartige Anträge einen "Markt" gibt, das heißt, es muss für Interessenten lohnend sein, zu investieren und entsprechende Mittel in Anspruch zu nehmen. Aufgrund unter anderem der verschlechterten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist generell - nicht nur in Bonn und der Region, sondern bundesweit - diese Investitionsbereitschaft in der gesamten Wohnungsbautätigkeit zurückgegangen. Dass sich dies auch auf den geförderten Bereich erstreckt, ist zwingend."
Quelle: Pressemitteilung der Bundesstadt Bonn